70 Prozent der Bürger unzufrieden! - Alarmierende Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung

17 Tage vor den richtungsweisenden Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg ereilt die Politik eine vernichtende Studie. Nur noch 36 Prozent aller Ostdeutschen vertrauen Regierung, Staat und Medien. Bundesweit verloren über 70 Prozent der arbeitenden Bevölkerung jeglichen Glauben an das deutsche Staatswesen. Diese Regierung muss zurücktreten.


Von Walter Ehret


Was Internet und freie Medien seid langem berichten, bestätigte am Mittwoch erstmals eine repräsentative Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung. In Deutschland tobt ein stiller Aufstand des Volkes gegen die Eliten. Die aktuellen Studieninhalte belegen es eindeutig:


Nach den repräsentativen Erhebungen im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung sind derzeit 53 Prozent aller Deutschen unzufrieden mit der „Funktion unserer Demokratie“.


In Ostdeutschland fiel das Vertrauen der Bevölkerung in unser Staatswesen auf inzwischen alarmierende 36 Prozent. Aber auch im Westen der Republik stehen nur noch 49 Prozent hinter Staat und Politik, berichtet die Studie. Den Parteien im Allgemeinen, vertrauen dabei sogar nur noch 23 Prozent der Bevölkerung in ganz Deutschland.


Das sind hochbedenkliche Zahlenwerte, wie sie in der gesamten Geschichte Nachkriegsdeutschlands bisher noch nicht gemessen wurden. Die Studienautoren fassen den Zustand unseres Staates deshalb bereits im ersten Absatz ihres Vorworts so zusammen:

„Weniger als die Hälfte der Menschen in Deutschland ist damit zufrieden, wie die Demokratie in unserem Land funktioniert. Zwei Drittel glauben, dass es den nachfolgenden Generationen schlechter gehen wird.“

Alleine diese Aussagen sollten der deutschen Staatsführung zu denken geben. Doch es kommt für die Politik noch schlimmer:


Die Autoren ermittelten als Gründe für den rapiden Vertrauensverlust im Volk erstmals und richtigerweise den neoliberalen Wirtschaftskurs der Regierung, der weiterhin die internationalen Konzerne bereichert und die arbeitende Bevölkerung verarmt, und die Zuwanderung, die Deutschland in einer rasenden Geschwindigkeit destabilisiert.

Das sind Wahrheiten, die bisher in der öffentlichen Berichterstattung tunlichst verschwiegen wurden. Insbesondere beweist sich das aus den in der Studie ermittelten Zustimmungswerten der verschiedenen Bevölkerungsschichten:


Gutverdiener, die vom wirtschaftsliberalen Staatsumbau und der Zuwanderung profitieren, stimmen dem Regierungskurs mit hoher Mehrheit zu. Arbeitnehmer, als überwiegende Verlierer der Globalisierung, lehnen den politischen Kurs der deutschen Regierung mit ebenso hoher Mehrheit ab.


Interessant ist dabei auch, dass vor allem die reichen süddeutschen Bundesländer die größte Gefahr im Regierungshandeln sehen. Wohl nicht zuletzt, weil die dortigen Bewohner künftig am meisten zu verlieren haben.


Im Osten dagegen, wo die Menschen vielfach bereits am unteren Ende des Existenzminimums leben, ist die Erwartung einer künftigen Zustandsverschlechterung am geringsten. Doch das ist keine positive Nachricht. Denn wer nichts mehr zu verlieren hat, hat folgerichtig auch keine Verschlechterung seiner Lebensumstände zu erwarten.


Die Lüge von der Demokratieverdrossenheit


Doch so gut diese Studie die derzeitige Stimmungslage der Bevölkerung auch abbildet, muss sie dennoch in einem grundsätzlichen Punkt kritisiert werden: Die Menschen verlieren keineswegs das Vertrauen in unsere Demokratie. Das zu behaupten ist eine gezielte Falschaussage. Es ist vielmehr so, dass die Bevölkerung schlicht und ergreifend unzufrieden mit der wirtschaftsorientierten Ausrichtung unseres Staates und der Politik ist, die sich nicht mehr um die Belange der Bevölkerung kümmert.


Das aber hat rein gar nichts mit der Zustimmung des Volkes zum Konzept der Demokratie im Allgemeinen zu tun. Denn die Demokratie, und das beweisen alle aktuellen Erhebungen, ist im Volksbewusstsein fest verankert und erfährt in unserer Gesellschaft tatsächlich eine grundlegende Zustimmung. Das zeigen auch die Unterabfragen der Studie deutlich:


Worum es den Menschen wirklich geht, sind existenzielle Lebensfragen, die von der Politik nicht mehr bearbeitet werden. Denn nur rund 25 Prozent der Bürger halten ihren Lebensstandard im Alter noch für gesichert. Und nur vernichtende 15 Prozent der Menschen trauen der Politik Veränderung im Bereich der katastrophalen Wohnraumsituation zu.


Erstaunlich ist dabei vor allem, dass die Mehrheit der Menschen inzwischen richtig erkannte, dass ein ursächlicher Zusammenhang zwischen den Zuwanderungsmillionen und fehlendem Wohnraum besteht, und eben diese Fehlsteuerungen der Politik ankreiden.


Doch auch die journalistischen Helfershelfer der Politik werden in der Studie gnadenlos abgestraft. Nur noch 35 Prozent der Bevölkerung vertrauen der medialen Berichterstattung überhaupt. Schlechter bewertet wird nur noch das Vertrauen der Menschen in die globalen Unternehmen mit 29 Prozent, und in die Parteien im Allgemeinen mit 23 Prozent.


In der Gesamtbetrachtung der Studieninhalte sollte es deshalb niemanden wundern, dass die Menschen der Politik den Rücken kehren, dem deutschen Journalismus nur noch Verachtung entgegenschlägt und die Regierungsparteien von Wahl zu Wahl heftiger abstraft werden.


In Deutschland tobt die stille Revolution


Erstaunlich ist hier lediglich, dass die am Mittwoch veröffentlichte Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung es erstmals wagte, ein realistisches Stimmungsbild zur Gemütslage des deutschen Volkes zu veröffentlichen und der Mainstreamjournalismus dieses Thema, wenn auch stark beschönigend, aufnahm.


Doch welche Gründe für die veränderte Berichterstattung auch immer existieren, die deutsche Regierung täte gut daran sich die ermittelten Studieninhalte zu Herzen zu nehmen und ihre Politik wieder an den Bedürfnissen der Menschen auszurichten. Das sollte in einer Demokratie selbstverständlich sein.


Wer die Notwendigkeit einer vollständigen politischen Umkehr aber weiterhin ablehnt, zündet einen Hochbrisanzsprengstoff in der Mitte der Gesellschaft. Denn in Deutschland tobt längst ein stiller Aufstand des Volkes gegen seine Eliten. Die anstehenden Wahlen in den ostdeutschen Bundesländern werden es einmal mehr beweisen.


Quellen:

[1] Die Zeit - Mehrheit der Deutschen ist demokratieverdrossen:

https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-08/friedrich-ebert-stiftung-demokratie-ostdeutsche-westdeutsche-zufrieden-studie/komplettansicht

[2] Friedrich-Ebert-Stiftung – Vertrauen in die Demokratie – PDF:

http://library.fes.de/pdf-files/fes/15621.pdf


Titelbild: Youtube Video-Screenshot


1,026 Ansichten3 Kommentare